Höre auf Dein Bauchgefühl - so lernst Du wieder intuitiv zu essen


So lernst du, wieder intuitiv zu essen und hörst auf dein Bauchgefühl


Hast du dich in der Vergangenheit vom permanenten Kalorienzählen leiten lassen, jeden Monat eine neue Diät zum Abnehmen versucht, regelmäßige Fastenkuren gestartet und dann doch wieder abgebrochen, Kohlenhydrate aus Angst vorm Zunehmen strikt reduziert oder ganze Lebensmittelgruppen aus deiner Ernährung ausgeschlossen, weil sie vermeintlich „böse“ oder „schlecht“ sind, nur zu bestimmten Uhrzeiten gegessen oder dir Essen erst dann erlaubt, wenn du vorher Sport gemacht hast? STOP THIS SH**T! All das hat Spuren hinterlassen und Gewohnheiten in deinem Fühlen, Denken und Handeln erzeugt.

Wo früher die Intuition ihren Platz hatte, bestimmt heute der Verstand. Vielleicht warst du lange von einem Abnehmziel gesteuert und du hast in Magazinen, Diätprogrammen oder Sozialen Medien gehört, dass die gerade genannten Regeln und Restriktionen deinen Gewichtsverlust unterstützen können. Daraus sind nun Glaubenssätze und Verhaltensmuster entstanden, die deine wahre Intuition eingemauert haben. Auf dem Weg zurück zum freien, intuitiven Essverhalten liegt der entscheidende erste Schritt deshalb darin, jegliche Diätprinzipien und Essensregeln über Bord zu werfen, die bisher deinen Ernährungsalltag bestimmt und einen Großteil deiner gedanklichen Kapazität geschluckt haben.


„Wenn sich nichts verändert, dann verändert sich nichts“ – genau deshalb brauchst du ein starkes WARUM. Es wird dir helfen, neue Wege zu gehen und deinen alten Reality Loop aus Gedanken, Gefühle, Gewohnheiten und Ergebnissen zu durchbrechen. Verinnerliche Tag für Tag, dass für dich ALLE Lebensmittel erlaubt sind und du sie ohne den „verboten- oder erlaubt-Stempel“ als neutral betrachten darfst. An dieser Stelle ist es völlig egal, ob diese Lebensmittel gemäß deinen bisherigen Überzeugungen und Diät-Regeln entweder zu viele Kohlenhydrate, zu viel Fett oder gar einen zu geringen Proteinanteil enthalten und eventuell nichts mit den Kriterien für natürliche, unverarbeitete Lebensmittel zu vereinen sind.

Wähle frei und frage dich: Ist es wirklich die große Schüssel Salat, die ich essen will oder doch eher eine wärmendes Chili sin Carne mit Nachos und Guacamole, das ich viel lieber mag? Habe ich jetzt gerade wirklich körperlichen Hunger oder ist mein Hungergefühl ein Symptom, das mich gerade auf unerfüllte Bedürfnisse wie z.B. Ruhe oder ungelöste Spannungen wie z.B. Wut auf den Chef aufmerksam machen will?


Kommt beim Gedanken an diese Umstellung gerade Angst in dir auf, weil es bei der intuitiven Ernährung darum geht den bisherigen Kontrollrahmen loszulassen? Das ist ok und völlig normal, verurteile dich nicht dafür. Wenn du dich der Angst stellst, wirst du erkennen können, dass du nicht 24/7 nur noch Ungesundes wie Pommes, Chips, Schokolade und Sahnetorte essen wirst. Zu Beginn mag es sein, dass dich diese Lebensmittel ganz besonders stark reizen und du sie primär essen willst, doch das Verlangen wird automatisch nachlassen, wenn du nicht zurück in die Verbots-Mentalität trittst. Das ist der sogenannte Habituationseffekt. Er setzt ein, wenn du dich besonderen Reizen immer wieder aussetzt und dich dadurch an sie gewöhnst. Hast du also z. B. immer Schokolade im Haus und nicht nur zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen oder Cheat Days, so kann es dir leichter fallen, die Schokolade bewusst zu genießen und nicht mehr die ganze Tafel in dich hineinzustopfen. Vielleicht fängst du mal damit an, dir jeden Morgen zwei Stücke Schokolade auf dein warmes Porridge zu geben, um dich wieder an dieses frühere Tabu-Lebensmittel zu gewöhnen. Darin liegt die Chance, dass das kopflose Hineinfuttern ohne Sinn und Verstand eine Wendung hinzu achtsamen, bewussten Genuss erfährt. Es gibt keinen Grund sich schlecht zu fühlen oder dich selbst zu verurteilen, nur weil du diese Lebensmittel isst.


Wichtig: Lerne deine unterschiedlichen situationsbezogenen Gefühlszustände besser kennen, um auf direktem Weg für die damit verbundene Bedürfnisse sorgen. Die intuitive Ernährung ist kein Freifahrtsschein zum emotionalen Essen. Übe dich also darin wahrzunehmen, ob du anstelle von Essen vielleicht vielmehr eine Pause brauchst, dir ein Spaziergang mit frischer Luft guttun würde oder auch ein kurzes Telefonat mit einem Menschen, der dir nahesteht und erfülle dir diese Bedürfnisse. Stopfe diese „Lücken“ nichts durch emotionales Essen, sondern finde sinnvolle, zufriedenstellende Alternativen. Hättest du stattdessen einen emotionalen Essanfall, verstärkt dieser eher deine Anspannung auf körperlicher und mentaler Ebene, sodass dein Energielevel sinken und dein Wohlbefinden immer wieder beeinträchtig werden würde. Eine Spirale, die dir den Weg zur Freiheit unmöglich macht. Wenn du das Aufbrechen dieser alten Muster ebenso integrierst, wirst automatisch mehr und mehr in der Lage sein, deinen echten Hunger spüren und damit leichter intuitive Essensentscheidungen treffen können. Das Essen wird dich dann mehr zufriedenstellen und dir Energie schenken, weil es in deinem wahren körperlichen Interesse ist.


Tipps und Empfehlungen für ein intuitives Essverhalten

Im Buch „Woman, Food and Good“ gibt die wunderbare, amerikanische Autorin Geneen Roth sieben Tipps bzw. Ratschläge zum intuitiven Essen. Hier die deutsche Übersetzung der „Eating Guidelines“:


  1. Iss, wenn du körperlich hungrig bist.

  2. Setz dich zum Essen hin und schaffe eine ruhige Umgebung – das Auto ist hierbei nicht eingeschlossen.

  3. Sei beim Essen frei von möglichen Ablenkungsquellen, wie z. B. Radiosendungen, Smartphone, TV, Zeitungen, Bücher oder intensiver, lauter Musik.

  4. Iss, wonach dein Körper verlangt.

  5. Beende die Mahlzeit, wenn du gesättigt bist.

  6. Stell dir beim Essen vor, dass du mit anderen zusammen bist und von ihnen gesehen wirst.

  7. Iss mit Genuss, Wertschätzung und Freude.


Den Empfehlungen zum intuitiven Essen von Geneen Roth möchte ich gern die folgenden Tipps hinzufügen:

  • Sei gut zu dir und finde zurück zu einem wohlwollenden und freundlichen Dialog mit dir selbst

  • Trinke genügend Wasser, denn oft verwechseln wir Hunger mit Durst

  • Lerne körperlichen und emotionalen Hunger zu unterscheiden

  • Wenn du zum emotionalen Essen neigst, dann erkenne die Situations-Muster und ergründe, welche Bedürfnisse dahinterstehen könnten

  • Stelle dich bewusst den Lebensmitteln, die du gerne isst, dir aber lange verboten hast

  • Sehe Rückfälle als Vorfälle an, aus denen du lernen durch Reflektion kannst

  • Befasse dich mit allen drei Säulen für ein gesundes Ernährungsbewusstsein und entspanntes Essverhalten: WAS esse ich, WIE esse ich & WARUM esse ich


Intuitives Essen lernen braucht seine Zeit

Manche Muster lösen sich bereits auf, wenn wir uns darüber bewusstwerden, andere hingegen brauchen etwas mehr Hinwendung, Selbstbeobachtung und jeden Tag aufs Neue die klare Entscheidung für ein verändertes, positives Verhalten und das Erlernen neuer Handlungsstrategien. Zurück zu einem entspannten, intuitiven Essverhalten zu finden braucht Zeit. Das darfst du dir bewusst machen und frei von Druck Schritt für Schritt auf deinem Weg vorangehen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es nicht von heute auf morgen möglich ist, alle alten Ernährungsregeln und Muster aus dem Kopf zu verbannen, denn sie haben auch mein Leben über viele Jahre hinweg bestimmt und stark beeinträchtigt. Anfangs kann sich dieser neue, unbekannte Weg überwältigend anfühlen, aber wird sich dir ebnen, wenn du losgehst.

Wichtig ist, jeden kleinen Fortschritt und Erfolg hin zur intuitiven Ernährung zu würdigen. Nicht immer geht es nur geradeaus, vielleicht auch mal mehrere Schritte zurück. Auch das gehört zu diesem Prozess dazu. Sollte es Tage geben, an denen alles schief geht, die alten Stimmen und Essverhaltensmuster plötzlich wieder aktiv sind, dann nimm es an und werte dich nicht dafür ab. Sieh diese Rückfälle auf dem Weg hin zum intuitiven Essen als Vorfälle an. Du kannst aus ihnen lernen, wenn du mit Offenheit, Freundlichkeit und Neugier dir selbst gegenüber das Geschehene reflektierst, um daraus etwas für die Zukunft mitzunehmen. Es lohnt sich, versprochen! - denn das Leben ist zu kurz für Diäten und Verzicht und um es gesund genießen zu können musst du nicht mit aller Kraft in Kleidergröße 36 passen.



16. Februar 2021: Emotionales Essen (18 Uhr, 45 min)

23. Februar 2021: Feierabend-Kochsession: Buddha Bowl (18 Uhr, 45 min)


ÜBER MICH




Ich bin Lisa. Ich lebe mit meinem Mann, drei Pferden und zwei Katzen auf unserem idyllisch gelegenen Vierseitenhof in einem Ortsteil von Penig.


Die unmittelbare Nähe zur Natur schätze ich sehr, denn es ist mir wichtig, mich in meiner Freizeit möglichst oft draußen aufzuhalten. Ich liebe es, in der Küche zu experimentieren und neue Gerichte entstehen zu lassen – am liebsten mit selbst angebautem Gemüse und Obst. Diese Leidenschaft für Ernährung setze ich auch in meiner Tätigkeit als Ernährungsberaterin und Köchin mit dem Schwerpunkt auf pflanzlicher Ernährung um. Die Vision, die hinter meiner Arbeit steht, ist es, Menschen für das Thema zu begeistern – zu zeigen, wie bunt und vielfältig die pflanzliche Ernährung ist und wie leicht sie im umgesetzt werden kann. Wenn Du mehr über meine Arbeit wissen möchtest, schau gerne auf meiner Webseite vorbei.

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