Aufräumen für Wildlinge - Ordnung im Innen und Außen

Interview mit Sabine Nietmann von The Organicer, Aufräum-Expertin und Ordnungs-Coach.

Sabine ist hauptberuflich Reisebegleiterin und hat durch ihre eigene Erfahrung gemerkt, wie viele Dinge sich über die Jahre bei ihr angesammelt haben. Sie hatte durch das häufige Reisen, sehr viele Möglichkeit zu shoppen. Irgendwann kam dann der Punkt an dem sie ihren Schrank aufgemacht und gemerkt hat, diese ganzen materiellen Dinge machen sie nicht unbedingt glücklich. Sie fing an, sich von Vielem zu trennen und zu reduzieren.


Heute hat sie aus ihrer Leidenschaft fürs Aufräumen ihren Beruf gemacht und unterstützt Menschen als Ordnungs-Coach dabei, mehr Leichtigkeit und Struktur in ihr Leben zu bringen


Während ihrer Arbeit als Flugbegleiterin übernachtet Sabine häufig in schönen Hotels und erschrickt immer wieder vor den sozialen Ungleichheiten, die in vielen Ländern herrschen. Da lag es für sie nahe, die Kleidung und Sachen, die sie aus den Aufräum-Aufträgen ihrer Kund:innen sammelt, an karitative Einrichtungen und Hilfsorganisationen zu spenden. Hier ist es ihr wichtig, die Dinge zielgerichtet zu spenden, nicht einfach irgendwas mitzubringen, sondern vorab abzuklären, was tatsächlich gebraucht wird. Ihrer Meinung nach, kann man sich auch einfacher von Dingen trennen, wenn man weiß, dass sie ankommen und tatsächlich benötigt werden.


Warum fällt es uns eigentlich so schwer uns von Dingen zu trennen? Und warum haben wir den Wunsch nach mehr Struktur und Ordnung, finden aber keinen Anfang?

Viele von uns wissen es: ausmisten, aufräumen, sich von Dingen trennen, zu denen wir zum Teil eine richtige emotionale Bindung haben, kann unfassbar schwer sein.


Wichtig ist es, laut Sabine, den Anfang zu finden, mit einer Ecke der Wohnung/des Hauses anzufangen und sich step by step vorzuarbeiten. Wichtig auch: sich einen Termin für das Vorhaben blocken, ein paar Stunden einplanen und mit einem überschaubaren Projekt starten.

Wenn es alleine nicht mehr voran geht, man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht, gibt es Expert:innen wie Sabine, die einen bei der Aufräum-Aktion maßgeblich unterstützen können.


[Text geht weiter unter dem Video]




Was macht ein:e Ordnungs-Coach?


Sabine hebt zurecht hervor: “wir konsumieren einfach zu viel. Es ist sehr einfach zu konsumieren. Wir bestellen viel online, wir bezahlen online, und merken meistens gar nicht mehr, wieviel da zusammen kommt.” Ihr Credo lautet “reduzieren vor optimieren”. Das heißt, dass es darum geht, zunächst auszumisten und, das was übrig bleibt, optimiert und strukturiert einzuordnen. Dabei können kleine Ordnungshelfer eine riesen Hilfe sein. Sie helfen uns dabei, Struktur zu kreieren und die geschaffene Ordnung langfristig zu halten.


Sabine ist dafür der passende Coach, ein Wegweiser, der Impulse gibt, aber nichts forciert. Die Entscheidung etwas auszusortieren kommt letztendlich von den Kund:innen selbst. Sie gibt die Tools an die Hand und hilft dabei sich zu organisieren. Sie hört zu, gibt Anleitung und Motivation und ist einfach unterstützend da. Eine Prozessbegleitung mit Neutralität. Sie sagt: “Es bringt nichts die Dinge nur aufzuheben, nutzt die Dinge und wenn ihr sie nicht nutzt, gebt sie weg an jemanden der/die sie braucht und sich darüber freut!”


Doch Ordnungs-Coach bedeutet für Sabine noch viel mehr. Es kann während ihrer Projekte vor Ort bei Kund:innen sehr emotional und intim werden. Es ist schwer sich vorzustellen, wie tief sie manchmal in die Familiengeschichten eintaucht, wie viel Emotionen hochkommen und, dass wie viel während solch eines Aufräum-Tages gelacht aber auch geweint wird.

Man benötigt ein gewisses Gefühl für Menschen. Mit gezielten Fragen und auch sanftem Druck unterstützt Sabine ihre Auftraggeber:innen dabei, sich zu entlasten.




Was hat “Aufräumen im Außen” mit “Aufräumen im Innen” zu tun?


Sehr viel. Äußeres Chaos entspricht sehr häufig auch dem Chaos im Kopf. Beim Aufräumen und Entrümpeln geht darum, sich selber zu hinterfragen: wer bin ich eigentlich, was brauche ich zum leben und zum glücklich sein wirklich? Ordnung im Äußeren zu schaffen, erleichtert uns und ermöglicht uns auch Dinge zu reflektieren, neu zu sortieren und zu verarbeiten. Nicht selten hat Sabine es erlebt, dass Kund:innen nach einer Aufräum-Aktion ihr Leben maßgeblich umgekrempelt haben.


Ordnung spart Zeit und schafft Leichtigkeit.

Hier kommen einige Tipps von Sabine, die es uns einfacher machen können Ordnung zu halten und, die wir in unseren Alltag integrieren können:


  • sich nicht zu viel vornehmen, sich kleine Ziele setzen

  • einen festen Termin für die Aufräum-Aktion blockieren

  • sich Unterstützung organisieren (am besten jemand möglichst neutrales)

  • schon mal vorab planen: was mache ich mit den Sachen, die ich nicht mehr brauche? Lokal nach sozialen Einrichtungen, Frauenhäusern, Kindergärten, Büchereien, Tierheimen usw. schauen, die die Sachen gerne haben möchten…

  • Lieber alles in einem Schritt weggeben um konkret den Erfolg und das “vorher/nachher” sehen zu können

  • “wenn was reinkommt, muss auch was raus.” Sprich, kauf’ ich mir was neues, muss ein altes Teil weichen!

  • Routinen und System integrieren: z.B. in der Wartezeit beim Kochen die Spülmaschine ausräumen. Das was sofort innerhalb von 2 Minuten erledigt werden kann, sofort machen! Jeden Tag kleine Schritte gehen und den Berg an Aufgaben nicht unnötig größer machen

  • wir kennen alle den bekannten Stuhl mit dem Kleiderberg drauf: tricks Dich aus und lege Dir eine Kleiderstange für diese Kleidungsstücke zu. Oder ist vielleicht mein Schrank schon zu voll und deshalb liegt hier einiges rum? Dann ausmisten und den Schrank so gestalten, dass man Lust hat ihn aufzumachen

  • Mit Kindern abends mit einem Körbchen durch das Haus gehen (z.B. mit einem Aufräum-Song) und alles einsammeln, was rumliegt. Die Kisten, in die die Sachen rein sollen, beschriften damit niemand sagen kann “ich wusste nicht, wo es hingehört”. Vorbild sein, Kinder schauen sich alles ab.

  • Bereite Dir einen Ordner (Sabine nennt ihn den “Feuerordner”) mit Deinen wichtigsten Unterlagen vor: Zeugnisse, Sozialversicherung, wichtige Papiere die Du dann im Notfall alle griffbereit hast

  • Bei einem Umzug: 1-2 Kisten mit Sachen, die Du für die erste Nacht brauchst vorbereiten. Der Umzug ist der beste Zeitpunkt um auszumisten. Alle Umzugskisten beschriften, um genau zu wissen, in welchen Raum die Sachen später kommen sollen

  • Die Ordnung muss nicht perfekt sein! Du lebst in deiner Wohnung!


Im Interview mit Sabine hat sie noch viel mehr wertvolle Tipps und Impulse gegeben. Schau’ Dir gerne das Video mit der Aufzeichnung an und lass’ uns wissen, welche Aufräum-Tipps, Du am hilfreichsten fandest und umsetzen wirst.




ÜBER SABINE NIETMANN




Sabine Nietmann ist Gründerin von The Organicer, Aufräum-Expertin und Ordnungs-Coach. Chaos, Unordnung und Altlasten können uns ganz schön belasten. Sabine hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen dabei zu unterstützen ihren alten Ballast los zu werden und somit mehr Leichtigkeit, Struktur und Entspannung in ihr Leben zu bringen.

Als Ordnungs-Expertin und hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Sie weiß aus ihrer eigenen Erfahrung, dass es schwierig ist, alleine den Anfang zu finden. Somit möchte sie ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Impulse mit anderen teilen.


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